Warum entsteht Suchtverhalten?

Nicht jede Person ist gleich suchtgefährdet; die einen werden schnell abhängig, andere behalten lange ganz locker die Kontrolle. Das hängt ganz von der vorhandenen Gehirnstruktur und Voraussetzungen der Botenstoffe ab.

Bei den süchtigen rauchen die einen, die anderen trinken Alkohol. Dritte nehmen härtere Drogen. Und andere greifen zu Zucker. 

Dabei ist der Beweggrund jeder Sucht der gleiche: durch die Manipulation der Botenstoffe will das süchtige Hirn gezielt zufriedener werden.

Veränderung im Gehirn

Die ausschlaggebenden Stoffe dafür sind Dopamin, Serotonin und Cortisol.

Dopamin ist ein körpereigener Botenstoff, der in aufregenden Situationen ausgeschüttet wird, beispielsweise in einer Konkurrenzsituation, bei Stress oder vor einem Date. Dopamin fördert die Geschwindigkeit des Denkens, optimiert die physische Beweglichkeit, mobilisiert Kraft und lässt uns voll und ganz auf unser Ziel fokussieren.

Haben wir unser Ziel erreicht, wird Serotonin ausgeschüttet.

Serotonin sorgt im emotionalen Bereich für angenehme, entspannende Gefühle, beruhigt und macht zufrieden.

Nun können wir durch verschiedene Substanzen dieses Gefühl erreichen, ohne dass wir etwas aus eigener Kraft geschafft oder erlebt hätten.

Und wer will sich denn bitte nicht gut fühlen?

Ganz unbemerkt will das süchtige Hirn also den Serotoninspiegel zum «positiven» beeinflussen und manipulativ weit oben halten.

Wann ist ein Verhalten süchtig?

Sucht beginnt da, wo der Süchtige zwar eigentlich rational begreift, dass sein Verhalten NICHT gut sein kann; wenn er merkt, dass die Substanz seiner Gesundheit, seinen sozialen Kontakten oder dem Alltag schadet – und trotzdem weiter konsumiert.

Das, weil er bei Verzicht auf seine Droge körperliche Symptome bemerkt und diese erst wieder verschwinden, wenn er den Stoff zu sich nimmt. Et voilà: die «böse Droge» ist für den Nutzer das «gute Lösungsmittel» fürs Unwohlsein. Manchmal sogar der Schlüssel zu Glücksgefühlen.

Dieses Empfinden ist seine Entschuldigung sich selbst und anderen gegenüber, weiter konsumieren zu dürfen.

Der ultimative Schritt raus aus einer Sucht geht über Disziplin und Durchhaltevermögen: bis sich die Botenstoffe regenerieren konnten und keinen unbewussten Drang mehr auslösen.

Der erste Schritt ist das Beobachten der eigenen Gefühlsschwankungen und das Bewusstsein für die darauf reagierenden Verhaltensweisen.

 

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