3 Schritte zur Veränderung

Der mühsame Kampf mit der Ernährungsumstellung (und natürlich auch bei vielen anderen Wünschen zur Veränderung) liegt oft nicht an fehlendem Wissen, als viel mehr am Glauben daran, keine Selbstdisziplin zu haben – und das ist falsch!

Gewohnheits Veränderung _ Entscheiden _ Spielen

Du bist nicht willensschwach!

Schau Dir Dein Leben an und wo Du jetzt stehst. Worauf blickst Du alles schon zurück, das Du erlebt oder erreicht und wobei Du Freude gespürt hast?

Wir reden nicht von Welteroberungen, sondern von ganz alltäglichen Sachen wie einen Job kriegen, Kinder grossziehen, erfolgreiche Ferienplanungen und so weiter.

Für all das braucht es enorm viel Energie. Und die hättest Du nicht aufbringen können, wenn Dir dafür der Wille gefehlt hätte.

Auch für eine angepasste Lebensweise ist Dein Wille da, sonst würdest Du Dir darüber nicht so viele Gedanken machen, geschweige denn diesen Text gar soweit lesen.

Der Wille ist da.

Dann möchte ich Dir jetzt gerne zeigen, wie Du ohne Frustration und Selbstvorwürfe erreichst, was Du willst. Denn: Deine Problemzonen sind nicht Bauch, Beine, Po, sondern der Kopf.

Und das ist natürlich und Du trägst nicht mal die Schuld!

Das Gewohnheits-Recht Deines Körpers

Wenn Du eine Tätigkeit mehrmals wiederholst, sagen wir zum Beispiel, Du nimmst in der morgendlichen Kaffeepause jedes Mal ein Schoggigipfeli, speichert Dein Gehirn diese wiederholte Aktivität überraschend schnell als Gewohnheit ab.

Das heisst, Dein Gehirn merkt: «Hey, wir nehmen jeden Tag ein Gipfeli!». – Warum sich dann noch täglich bewusst entscheiden und für diesen Gedankengang Energie aufwenden, wenn wir es eh immer machen?

Um Dir ab sofort die Entscheidung (und damit eine ganze Reihe Gedankengänge) zu sparen, lässt Dein Hirn die wiederholte Tätigkeit als Automatismus abspeichern. Und benutzt die eingesparte Gedanken-Energie stattdessen lieber für andere Bereiche.

Die Folge: Du greifst mittlerweile ganz selbstverständlich und unbewusst ins Znüni-Körbli. Ohne Dir darüber überhaupt noch Gedanken zu machen.

Erst wenn wir dann etwas ändern wollen, merken wir dann, wie eingefleischt unser Verhalten schon ist. Wir wollen dem Drang des Automatismus widerstehen. Dann denken wir: „Hach, diese Lust ist so gross, na gut, heute nehme ich noch eines, aber morgen nicht mehr.“

Ein Automatismus wird nicht durchbrochen, indem wir ihm nachgeben. Darum ist es am nächsten Tag genau so schwierig, gegen die Lust anzugkommen.

Und wir beginnen dann fälschlicherweise an unserem Durchhaltevermögen zu zweifeln. Anstatt zu erkennen, dass unser Verhalten ganz natürlich begründet ist und wir anfangs nur bewusst und kontinuierlich dagegen ansteuern müssen, damit es leichter wird.

Etwa 21 Tage lang.

Jetzt Du: erschaffe die Gewohnheit, wie Du sie willst.

3 einfache Schritte:

Gewohnheiten sind hartnäckig, mit Konsequenz aber rasch zu durchbrechen.

Verstehe dafür bloss den Mechanismus, wirke ihm 3 Wochen bewusst aktiv entgegen und warte, bis die neue Gewohnheit einsetzt.

Warum 3 Wochen? 21 Tage braucht es psychologisch, bis etwas als Gewohnheitsmechanismus abgespeichert wird.

Also, zu den 3 Schritten:

1. Klären

– Warum ist eine bestimmte Gewohnheit entstanden? Was waren anfänglich Deine Beweggründe für eine Tätigkeit?

(Zum Beispiel: Du hattest früher keine Zeit für Frühstück zu Hause, darum hast du Dir stattdessen den Schoggigipfel in der Znünipause genommen. Mittlerweile hast Du aber Familie, isst täglich mit ihr Frühstück und brauchst den Gipfel eigentlich nicht mehr.)

– Womit könntest und wolltest Du dieses Verhalten ersetzen?

(Bsp: Ab sofort nimmst Du eine Tasse Tee statt das Gipfeli.)

2. Entscheiden

– Nun musst Du Dir selbst sicher sein, dass Du diesen Weg zu 100% gehen willst.

Und wenn Du Dich entschieden hast, denk nicht mehr an die Alternativen!

Dann kreiere einen Satz, der Dich an diese Entscheidung erinnert:

Immer wenn ……. (fülle hier die Situation ein, die Dich jeweils in Deine Gewohnheitsschlaufen fallen lässt),
dann ………….. (fülle hier ein, was Du statt Deiner Routine nun neu machen wirst),
und ……………. (schreibe hier, was Dein Nutzen davon ist. Was ist das eigentliche Ziel, das Dich mit diesem Verhalten gut fühlen lässt? Dieser Und-Satz soll eine solche Freude in Dir auslösen, dass Du gar nicht mehr studierst, ob Deine Entscheidung richtig ist.)

Bsp: Immer wenn wir Znünipause haben, dann nehme ich mir nur eine Tasse Tee und fühle mich leicht und freue mich auf den verdienten Zmittag.

3. Verankern

Nimm Deinen Satz und sag ihn immer wieder innerlich auf, wenn er Dir in den Sinn kommt. Mindestens 21 Tage lang ziehst Du das durch.

Vielleicht beisst Du an Tag 3 trotzdem wieder ganz automatisch in einen Schoggigipfel. Das ist noch kein Versagen. Das ist natürlich.

Wenn Dir das passieren sollte, dann gib deswegen nicht auf: mach weiter. Die ersten Tage gewinnt vielleicht die Gewohnheit noch ab und an. Aber Du hast sie wenigstens erkannt. Und Erkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung.

Am nächsten Tag schaust Du die Gewohnheit, das kleine Reptil, böse an und wiederholst den Satz. So wird das routinierte Tierchen langsam kleiner und kleiner. Und Deine neue Gewohnheit bekommt Platz und Macht.

Noch fragen?

Einen Automatismus zu löschen oder umzuprogrammieren ist nicht ohne. Aber warum bleibt eine Gewohnheit, auch wenn wir sie erkannt haben, so hartnäckig in seiner Tätigkeit?

Weil der Körper keine Veränderungen mag.

„Es lief doch alles gut so, wie wir es gemacht haben. Lass es so! Jede Veränderung ist bloss ein Risiko, etwas zu verschlechtern.“ – Liebe Grüsse, Dein Reptiliengehirn.

Das Reptiliengehirn ist nicht böse. Nur bescheiden und primitiv. So viel Angst vor Veränderung – ohne dabei zu beachten, dass Veränderungen auch Verbesserungen sein können.

Lass Dich von Gewohnheiten also nicht nerven: nimm einfach das kleine Reptil an die Hand, erkläre ihm, wo Du hin willst und zeige ihm Schritt für Schritt, dass es nichts zu befürchten hat. Bis Ihr da angekommen seid, wo auch Du Dich 100% wohl und glücklich fühlst.

 

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