Kann es sein, dass Du nicht abnimmst, weil Du zu wenig isst?

Irgendwie kennt ihn jeder: der Freund, der so viel mehr isst als man selbst und dabei nicht einmal auf seine Figur achten muss.

Und wir anderen sitzen daneben und fragen uns ständig, warum beim eigenen Körper trotz kontrolliertem Essverhalten und mit Bedacht geschöpftem Teller die Kilos hängen bleiben.

Das ist kein Witz: isst Du vielleicht zu wenig, um abnehmen zu können?

Abnehmen _ Kalorien zählen

Kalorien zählen ist out.

Längst wissen wir, dass eine Scheibe Vollkornbrot gesünder ist als das hübsche Weissbrot – obwohl das Dunkle um einiges mehr Energie (= Kalorien) hat.

Gleichzeitig wissen wir aber auch, dass die Energie, die wir zu uns nehmen, sich am Ende mit der verbrauchten Energie vom Tag ungefähr decken sollte, wenn wir unser Gewicht halten wollen.

Hm. Und jetzt?

Die Rechnung sieht einfach aus. Und wird deswegen auch gerne mal auf eigene Faust schnell gelöst: ich will abnehmen – ich esse weniger Kalorien.

Und dann steht man immer noch da: hä, und jetzt? Warum passiert denn nichts?

Für die Fettverbrennung braucht der Körper viel Energie. Sprich: Kalorien.

Jetzt verstehst Du die Welt erst recht nicht mehr? Keine Panik, das ist schnell geklärt.

Stell Dir vor, dass Du Ende Monat zu wenig Geld auf Deinem Konto hast, um alle Rechnungen zu bezahlen. Vielleicht hast Du Glück und kannst notfallmässig auf Dein Sparkonto ausweichen. Gut. Situation knapp gerettet.

Stell Dir vor, Du hast im nächsten Monat das gleiche Problem. Gehst Du dann auch wieder ohne zu überlegen sofort zum Sparkonto?

Nein.

Du wirst überlegen, wo Du ab sofort einsparen kannst, damit Dir Dein Lohn fürs nächste Mal ausreicht.

Genauso macht es Dein Körper, wenn er zu wenig Essen, sprich zu wenig Energie, bekommt.

Er sagt nicht: „Easy, dann kann ich ja endlich mal meine Fettreserven vernichten.“ Erstens bräuchte es für die Verbrennung selbst Energie (von der er ja wie gesagt zu wenig hat). Und zum anderen hat er diese Fettreserven extra für den Notfall angelegt.
Ist das hier ein Notfall? Vielleicht. Aber Dein Körper kann es noch nicht genau einschätzen. Was ist, wenn alles noch schlimmer kommt? Darum sagt er: „Huii, ich bekomme weniger, als ich verbrauche. Ich muss erst einmal sparen!“

Und der menschliche Körper ist wirklich richtig gut im Sparen.

Die menschliche Natur setzt alles daran, NICHT abzunehmen

Überleg Dir mal, wie viel unsere Vorfahren, Jahrtausende zurück, sparen mussten: da gab es keine Kühlschränke und Konservierungsmittel.

Da hatte unser Ur-ur-ur-ur-ur……..Grossvater einfach Glück, wenn mal ein frisches Rind vorbeikam. Und noch mehr Glück, wenn er es auch grad noch erwischen konnte.

Hatte unser Opi das Tier erledigt, konnte er genüsslich essen und sich mit ein wenig Energie für die nächste Jagd aufladen. Aber nur mit ein wenig – der nötigen – Energie. Denn der Rest musste sein Körper als Reserve zu Seite packen, für den Fall, dass mal ein paar Tage kein Tier vorbeischauen sollte und der arme Mann länger aufs nächste Essen warten musste.

Sparen liegt in unserer Natur und in unseren Genen.

Klar ist in den letzten Jahrtausenden viel passiert. Evolution und so. Aber unser Urinstinkt, unsere natürliche Basis, ist dieselbe wie Anno dazumal.

Schau nur die Entwicklung vom Handy an: kennst Du noch das alte, kleine, fette Nokia? Und jetzt dieses superschlanke, elegante Iphone? Es hat sich was vieles verändert; aber der Grundstein der Technik ist derselbe wie zu Beginn.

Beim Hungern nimmst Du nicht ab!

Darum: bitte hungere nicht!

Wenn Du wirklich Hunger hast, gerät Dein Körper in Alarmbereitschaft und versucht den eigenen Energieverbrauch zu minimieren. Er wird versuchen seine Ausgaben wie zum Beispiel die körpereigene Temperaturregulierung sowie die Energieversorgung der Muskeln, der Organe und des Gehirns zu minimieren.

Wenn Du also Hunger haben solltest, ehrlichen Hunger (also nicht wegen Langeweile oder Stresskompensation), dann iss auch etwas. Denn mit einem Hungergefühl wirst Du nicht abnehmen.

Darum machen Diäten dick

Genau aus diesem Grund, weil der Körper bei zu wenig Nahrung den eigenen Körper angreift – und nämlich nicht die Fettreserven! – , machen die meisten Diäten auf Dauer eher dick als dünn.

Denn stell Dir vor, Du schraubst Deine Kalorienzufuhr von sagen wir mal durchschnittlichen 1800 Kalorien auf 1000 herunter. Dein Körper gerät in Not und beginnt die Körperfunktionen herunter zu schrauben. Dein Körper reduziert den eigenen Energie- und somit auch Kalorienverbrauch.

Das Gleichgewicht ist für den Moment wiederhergestellt.

Nun, was machst Du nach der Diät? Du nimmst Dein normales Essverhalten wieder auf und nimmst wieder 1800 Kalorien zu Dir. Aber: Dein Körper ist immer noch auf Sparflamme, sein Energieverbrauch auf den „erzwungenen“ 1000 Kalorien. Und was passiert jetzt?

Du nimmst zu, weil Dein Körper selbst nicht mehr so viele Kalorien braucht wie vorher.

Et voilà, hier hast Du den Jojo-Effekt.

Fertig gelabert – jetzt wird gelebt 🙂

Schluss mit dem Kalorien-Scheiss! Ich denke, Du hast das Prinzip verstanden?

Mit den Kalorien habe ich nur angefangen, um Dir den Energiehaushalt besser bildlich erklären zu können.

Im Alltag und für eine unbeschwerte Lebensqualität sollst Du nicht mit dem Zählen beginnen. Verstehe nur das Prinzip, vertraue Deinem Bauch und unterstütze ihn, wenn er etwas braucht. Und akzeptiere, wenn er satt ist.

3 Kommentare zu „Kann es sein, dass Du nicht abnimmst, weil Du zu wenig isst?

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