Der Stress und seine Folgen bei „gesundem“ Essen

Nebenberuflich arbeite ich in der Gastronomie. Hier eine kurze Geschichte von meinem Alltag als Einleitung:

8 Franken fürs Würgen

Ein Gast bestellte bei mir mal den «Monats-Saft». (Es war ein grüner Smoothie: nur mit Gemüse – also praktisch einfach ne kalte Suppe. Halt ohne Salz.)
Da wir normalerweise fruchtige Säfte hatten, wollte ich ihn vorwarnen: «Kennen Sie den schon? Ich gebe Ihnen gerne ein bisschen zum Probieren; der ist sehr gewöhnungsbedürftig und schmeckt nicht allen.» Der Mann grunzte: «Aber der ist doch gesund, oder? Dann geben Sie ihn mir einfach!»

Er bezahlte für das 2.5dl Getränk 8 Franken.

Nach ca. 10 Minuten stand er schon wieder bei mir an der Theke und erzählte, dass ihm beim Trinken fast das Würgen kam. Aber er meinte: «Das macht nichts; um gesund zu sein, muss man halt leiden.»

Diese Meinung teile ich nicht. Trotzdem nicke ich ihm lächelnd zu.

Geniessen macht gesund

„Ich weiss, was geniessen heisst! Machst Du auch mit?

Gesundes muss nicht schmecken. Aber Ungeniessbares in sich hineinkämpfen ist meiner Ansicht nach auch nicht die höchste Form von Gesundheit.

Mach Dich nicht sauer!

Weisst Du, welche Eigenschaft  ein grosser Punkt ist, ob ein Lebensmittel im Volksmunde als «gesund» oder «ungesund» abgestempelt wird? Wenn es die Übersäuerung des Körpers fördert.

Was sauer macht? Zucker, Weissmehl, Fleisch, Milch, Zigaretten, ja sogar Nüsse, Alkohol und und und.

Und ein ganz grosser Auslöser ist zudem Stress.

Stress entsteht wiederum durch Zeitmangel, Wut, Eifersucht. Wenn unsere eigene Integrität angegriffen wird; sei es durch eine Situatuion, Mitmenschen – oder unsere eigenen Gedanken.

Durch eigene unangenehme Situationen und Gefühle.

Darum:

Glücklich sein ist gesund – und Ungesundes macht glücklich!

Nicht das Ungesund-Sein, sondern das bewusste und genüssliche Konsumieren von Genussmomenten.

Folgende Situation: Rosi strebt die ideale Ernährung an. Sie ist beruflich in einem kleinen Kaff unterwegs und bemerkt ihren Hunger. In der Bahnhofsbäckerei gibt es aber nur gesüsstes Birchermüsesli («Zucker, bestimmt nicht!») und viele Backwaren («Gluten – ein Teufel»). Sie versucht es im Kebap Haus mit Salat und Falafel, doch da gibt es nur Döner («Fleisch; viel zu fettig!»).

Rosi eilt in durchs Dorf; irgendwo muss es doch leichte, gesunde Kost geben. Da, ein Restaurant; na toll, eine Pizzeria. Sie schaut auf die Uhr; 20min von ihrer Mittags-Stunde sind schon um. Langsam sollte sie was finden.

Rosi sucht noch ein paar Ecken ab, bevor sie einen Supermarkt findet. Ihr bleiben noch 10min, bis sie wieder beim Meeting sein muss. Schnell holt sie sich im Take Away einen Quinoa-Linsen-Salat, den sie auf dem Rückweg hektisch verzehrt.

Zusammengefasst: eine Mittagspause voller Stress. Eine Stunde, in der Rosis Körper viel Säure produziert. Und zum Ende noch nicht einmal Zeit bekommt, das Essen richtig zu kauen – was die Verarbeitung und Verdauung massgeblich behindert.

Ist Rosie nun gesünder, als wenn sie beim Bäcker doch einfach ein Birchermüesli genommen und dieses in aller Ruhe hätte geniessen können?

Fühlst Du Dich gut?

Gesund ist nicht gesund. Gesund und perfekt ist situationsbezogen. Deshalb mein Tipp: bleibe spontan, geniesse den Moment und lebe das Bewusstsein, dass die Abwechslung den Unterschied macht:

Mal sättigend essen. Mal vitaminreich. Mal bescheiden. Mal üppig. Und dabei stets mässig bleiben; einen Stängel Schokolade kann glücklich machen. Aber nicht zwei Tafeln davon. Ein Bier zum Feierabend kann glücklich machen. Ein saftiges Steak zur Grillsaison. Eine Tüte Chips im Kino.

Eine Sache. In einer bestimmten Situation.

Nach Lust und Laune. Mit dem Wissen der Vernunft.

Weiterführende Themen:

Was passiert im Körper genau bei Stress?

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